Verwaltungssoftware für Genossenschaften gesucht

Aus einer Signal-Gruppe gefischt, und vielleicht auch für andere interessant. Eine Gemeinschaft fragt:

Bitte um eine kurze Info: Welche Verwaltungssoftware nutzt ihr, um Mieter, nutzende u investierende Mitglieder und DarlehensgeberInnen abzubilden, den Kontakt mit denselben zu halten und Übersicht, Zukunftskalkulation/Liquiditätsberechnungshilfe zu erleichtern und gute Schnittstellen zur Bürosoftware (Lexware, Datev) nutzen zu können? Wir überlegen gerade, die Verwaltungssoftware für Genossenschaften „Agrokraft“ zu installieren. Hat vielleicht jemand damit auch Erfahrung?

In meinen Augen klingt das entweder nach einem CRM-System oder nach einem ERP-System. Mir fallen spontan folgende Open Source Systeme ein:

CRM

ERP

Am Tempelhof haben wir bisher viel mit selbst programmierten VBA-Access-Datenbanken gemacht, die jeweils Datev-Schnittstellen hatten. Aktuell lassen wir jetzt gerade eine proprietäre Individualprogrammierung für die Verwaltung erstellen. Da das Projekt an der IT leider relativ dran vorbei konzeptioniert und umgesetzt wurde/wird[1], kann ich zu den Details nicht so viel sagen. Es soll wohl relativ viele für den Tempelhof spezifische Features bekommen (die man bei einer der oben genannten Open Source Lösungen als Plugin oder Addon hätte ergänzen können/müssen). Ausrichtung vermutlich ähnlich wie das von einigen Gemeinschaften genutzte SemDesk – sprich die ganzen Daten liegen bei wem anders auf dem Computer (aka Cloud).

@Gunter vielleicht kannst du noch etwas zur Situation in Niederkaufungen sagen. Und Sieben Linden hat bestimmt auch ein Tool im Einsatz, @Matthias @felix.wolfsteller wisst ihr was? :slight_smile:


  1. Ich denke eine enge Abstimmung mit der gemeinschaftlichen IT ist hilfreich, um neue Tools gut in die existierende Systemlandschaft integrieren zu können, und auch Themen wie bspw. Support zu klären ↩︎

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Ein weiteres ERP das ich hier mal aufgesetzt hatte, zum angucken und auf das auch die fairkom Leute geschielt hatten (oder es sogar zentral nutzen mittlerweile glaube ich) ist erpnext: Open Source Cloud ERP Software | ERPNext (oder https://frappe.io/ ).

Ich glaube in Sieben Linden nutzen wir Excel (stellenweise LibreOffice Calc) + Agenda Buchhaltungssoftware + Thunderbird :slight_smile:

Einführung einer neuen Software und neuer Prozesse scheint halt immer sehr aufwändig und riskant, es sei denn man bezahlt richtig viel Geld dafür.

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Wir in Kaufungen nutzen bisher Lexware Buchhalter Premium, das ist die Pest, super umständlich und Zeit fressend. Nicht zu empfehlen!
Und zunehmend GnuCash
Das finde ich eigentlich sehr schön, damit geht die Buchhaltung am schnellsten von allen Produkten die ich bisher getestet habe.
Vorteil: Sehr Bedienerfreundlich, Onlinebankingschnittstelle mit automatischen Buchungsvorschlägen
Nachteile sind aber: Keine Mehrplatz/Websoftware, Keine Kostenstellen/Projekte, Rechnungserstellung nur eingeschränkt möglich (Vorlagen müssen mit Skriptsprache angepasst werden!) Umsatzsteuerautomatiken nur eingeschränkt vorhanden.
Für die Verwaltung von Vereinen und Solawis mit einfacher Buchführung ist JVerein eine Empfehlung
Basiert auf Jameica Framework, enthält die hervorragende Onlinebanking Software Hibiscus.
Dafür gibt es auch eine Buchhaltung für Freiberufler usw. namens Syntax, die ich aber noch nicht näher getestet habe.
GnuCash und JVerein gibt es für alle relevanten Betriebssysteme
Perspektivisch würde ich empfehlen Tryton so auszubauen dass es alles kann was man braucht, ich hoffe da kommen wir bald mal weiter. Dann würden wir das einsetzen.
Oder halt der Ansatz von Holger basierend auf Grist https://www.getgrist.com/
Das könnte ein guter Weg sein wenn man sich was relativ schlankes individualisierbares bauen will.
Ansonsten verweise ich auf die älteren Diskussionen unter
Verwaltungssoftware für Solidarisches Wirtschaften basierend auf einem freien ERP System: Sammlung - Welche Module brauchen wir um Tryton für unseren Bedarf anzupassen? - Software-Projekte und Infrastruktur - Bits & Bäume

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Moin, ich arbeite in der Verwaltung der Siedlungsgenossenschaft in Sieben Linden. Momentan sind wir was die Genossenschaftsverwaltung angeht wie schon von Felix gesagt noch mit Excel unterwegs und ich bin seit einem halben Jahr auf der Suche nach einer besseren Lösung.
Mir ist bei meiner Recherche https://www.coopx.org/ über den Weg gelaufen. Ich habe es aber noch nicht geschafft, es wirklich zu testen. Das steht für die nächsten Monate bei mir an. Wenn es andere Erfahrungen gibt, freue ich mich sehr über einen Austausch.

Laut Webseite:

Open Source Verfügbar ab Mitte 2025

Da bin ich gespannt, wie es dann aussieht, und was ihr Geschäftsmodell ist – manchmal mündet eine dual Lizenz in einer Art „Free Core“, wo man für die meisten relevanten Features zahlen muss… (als Erfahrung mit einem derartigen Lizenzmodell – nicht der SW speziell).

Wir nutzen Odoo & sind damit mäßig zufrieden. Allerdings ist der Use case

ein deutlich anderer, wir nutzen es für unsere Seminare & allgemeine Buchhaltung.

Moin Timo, welcher Version von Odoo nutzt ihr denn? Die freie oder die kostenpflichtige?

Letzteres. Wir lassen das auch von einem externen Dienstleister hosten & betreuen, weil keine Ressourcen inhouse dafür.

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