Vielen Dank für die spannende Diskussion – immer wieder bereichernd zu sehen, wie vielfältig sich Gemeinschaften digital organisieren!
Wir stehen mit dem KoDorf Wiesenburg zwar noch am Anfang (noch nicht vor Ort), aber auch bei uns spielt digitale Kommunikation schon eine große Rolle. Aktuell arbeiten wir viel mit Mattermost, GDrive und Zoom.
Unser Ziel ist es, langfristig vollständig auf Open-Source-Software umzusteigen, um digitale Souveränität zu erlangen und zu wahren. Dabei versuchen wir aber stets, Nutzerfreundlichkeit und niedrige Einstiegshürden im Blick zu behalten.
Ein erster Schritt war der Umstieg von Slack zu Mattermost, gehostet bei einem nachhaltigen, CO₂-neutralen Anbieter. Die laufende Migration von GDrive zu Nextcloud wird gerade von einer AG vorangetrieben – besonders spannend sind hier Kalenderfunktionen, OnlyOffice und Markdown, die derzeit getestet werden.
Zoom-Alternativen wie Jitsi oder BBB haben wir bisher nicht konkret verfolgt, sind aber auf dem Radar. Signal nutzen wir aktuell nicht aktiv, aber ich fand den Hinweis auf selbstlöschende Nachrichten für temporäre Kleingruppenkommunikation sehr spannend – danke dafür! Gleichzeitig schätzen viele die Bündelung der Kommunikation in einem zentralen Kanal wie Mattermost.
Begleitend dazu bieten wir eine IT-Support-Gruppe (von der AG Digitalversorgung), eine Mattermost-Sprechstunde für neue Mitglieder (noch ausbaufähig genutzt) sowie eine AG Mattermost-Admin, in der ich selbst als Thread-Polizei unterwegs bin 
Wenn ich heute nochmal neu starten würde, würde ich wahrscheinlich eher zu Matrix/Element greifen. Das Onboarding bleibt zwar herausfordernd, aber die UX hat sich deutlich verbessert.
Ein entscheidender Punkt: Mattermost verfolgt ein Open-Core-Modell, bei dem zentrale Funktionen in der freien Team Edition fehlen und nur in der kostenpflichtigen Enterprise-Version enthalten sind – z. B. Playbooks oder Gruppenanrufe. Das wurde mit Version 10 noch deutlicher, siehe auch die Kritik auf Reddit:
„This approach gives Mattermost the marketing advantage of being seen as open source, while strategically withholding key functionality to drive paid conversions.“
Gerade für Gemeinschaften, die auf Transparenz und Selbstbestimmung setzen, ist das langfristig problematisch. Matrix hingegen verfolgt eine konsequent offene Linie – das schafft Vertrauen und Unabhängigkeit.