Solartrocker für Dörrobst, Obstverwertung

ich möchte euch unseren selbstentwickelten (ja es ist bereits Version3) Solartrockner vorstellen, da ich denke, dass so ein Gerät für einige Gemeinschaften interessant sein könnte. Ich bin mit der Funktion auch soweit zufrieden, dass ich einen Nachbau empfehlen kann :wink:

Ich finde Dörrobst ist eine tolle Methode um mit einem überreichlichen Erntesegen zurecht zu kommen.

Funktionsweise: Die Sonne heizt das schwarze Blech auf und ein PCLüfter sorgt für die nötige Luftzirkulation (deswegen ist ein Netzteil zu sehen - 3W Leistung). Die Luft wird in etwa 1m Höhe angesaugt, über das Blech geleitet und erhitzt und von oben in die Dörrkammer geleitet. Sie tritt mit maximal 80°C auf das Obst und kühlt durch Verdunstungskälte rasch ab. Unten an der Dörrkammer sitzt der Lüfter. Das Obst liegt auf Gittern direkt hinter dem Kollektorblech und bekommt zusätzlich Wärmestrahlung ab (das Blech hat bis zu etwa 120°C).

Was leistet das Gerät? Das ist etwas schwer zu beziffern, aber ich versuchs zu beschreiben: An etwa 3 sonnigen Tagen Ende August lassen sich um die 15kg frische Pflaumen trocknen. Der Durchsatz des Trockners bei Sonnenschein ist so hoch, dass eine Person einen halben Arbeitstag damit verbringen könnte, Früchte zu ernten und verarbeiten, den Trockner befüllen, 2-3mal am Tag in die Sonne drehen, Dörrobst entnehmen und in Luftdichte Eimer zu packen.

An bewölkten Tagen trocknet das Obst langsamer, aber gut genug um nicht zu gammeln. Die hohe Anfangsnässe trocknet gut allein durch die erzwungene Luftbewegung weg, nur für die letzten 20% Feuchtigkeit braucht es etwas Sonne.

Es gibt 8 Gitter zum ausbreiten der Früchte. Die Gitter haben keinen Rahmen und werden mit einer Art Pizzaschieber gehandelt.

Die Glasscheibe und das Kollektorblech stammt von einem defekten Warmwasserkollektor. Der Rest ist aus Sperrholz und Doppelstegplatten.

Optimal wäre noch eine Lüftersteuerung, die den optimalen Betriebspunkt für maximale Trocknungsleistung einregelt und zu hohe Lufttemperaturen verhindert. Weiß jmd wo es sowas in Plug&play gibt?

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Cool, danke für den Projekt-Bericht!
Lüftersteuerungen gibt’s wie Sand am Meer… So was vielleicht?

Die Lüftersteuerung, die du vorgeschlagen hast, regelt eine fixe Solltemperatur ein. Das würde ein Verbrennen des Obstes verhindern und bei Wolken die Drehzahl drosseln und so die Temperatur höher halten. Das wäre schonmal ein Vorteil.

Mit der gleichen Überlegung hatte ich den Lüfter auch eine zeit lang an einer kleinen Solarzelle hängen, so dass der Lüfter über die Sonneneinstrahlung gesteuert wird. Leider hat der Lüfter das nur 2 Monate verkraftet (vermutlich zu niedrige Spannungen am Eingang.

Je höher die Temperatur und je niedriger die Luftfeuchtigkeit, desto schneller trocknet das Obst. Ohne Lüftung ist die Temperatur sehr hoch, aber die Feuchtigkeit wird nicht abtransportiert. Eine hohe Lüfterdrehzahl senkt die Luftfeuchtigkeit, aber auch die Temperatur. Es gibt also ein Optimum. Wo genau das Optimum sich befindet ist auch von der Sonneneinstrahlung und noch schlimmer von dem Wassergehalt der Früchte abhängig (Tropfnasse Früchte trocknen schon durch die reine Luftbewegung, fast trockene Früchte bilden eine Art Sperrschicht, die nur wenig Feuchtigkeit an die Oberfläche durch lässt und daher nur mit Wärme trocknen)

Da das physikalisch für mich nicht auf eine Temperaturabhängigkeit umzurechnen ist, wäre eine Regelung besser die direkt nach der gesuchten Größe einregelt: den maximalen Abtransport von Feuchtigkeit. Also einen Regelkreis, der die Luftfeuchtigkeit am Lüfter (Abluft) misst und mit der bewegten Luftmenge (Lüfterdrehzahl) multipliziert. Etwa alle 30s einen Regelzyklus starten. Dazu brauchts noch eine Temperaturmessung, die die maximale Temperatur begrenzen sollte.

Vielleicht hat jemand eine Idee, in welchen anderen Anwendungen so eine Regelung bereits verbaut sein könnte? Gewächshausbelüftung oder Orchideenzucht, Growtents?

Habt ihr schon mal über Wärmetauscher nachgedacht? Damit könnte man vielleicht etwas bedenkenloser, d.h. allein auf die Temperatur schauend, lüften, denn die Wärme bleibt ja zu einem großen Teil erhalten, weil sie der einströmenden Luft wieder zugeführt wird.

Das Projekt ist so geil, dass ich Bock habe, das in Sieben Linden mal nachzubauen :wink:

nur wenn der Wärmetauscher eine Kondensationsstufe hat würde das viel Energie rückgewinnen. Es ist schon erstaunlich wie sehr die heiße Luft abkühlt, wenn sie über das Obst strömt.

Aber es stimmt, meine Gedanken für eine Version4 gehen in die Richtung. Konkret hatte ich schon die Idee einfach einen Luftentfeuchter zu verwenden und Zu-und Abluft mit einer Dörrkammer zu verbinden. Ich hab hier einen kleinen mit 700W elektrischer Leistung, die würden bis auf Wärmeverluste fast vollständig in dem System zirkulieren und das Ganze schätzungsweise auf 40°C aufheizen. Die Feuchtigkeit aus den Früchten landet dann in dem Wasserbehälter *g+.

Das hätte viele Vorteile (kleiner, wetterunabhängig, weniger Aufwand….) und wenn der Strom sowieso von der PVAnlage stammt wäre es immer noch eine Art Solartrockner.

Die Früchte wären dann allerdings keiner Wärmestrahlung mehr ausgesetzt, wie wichtig das fürs Trocknen ist kann ich nicht einschätzen. Und ob die Luftfeuchtigkeit von minimal 30 oder 40%, die so ein Luftentfeuchter erreichen kann, ausreicht um das Obst zu trocknen, ohne dass es schimmelt?

…und die Wirkung, die so ein großer Kasten im Garten auf unsere Gäste hat würde ich auch ungern missen :wink:

Cooles Teil, ich habe bisher Konstruktionen gesehen wo die Luft von unten durch das Dürrgut geleitet wird. Wie zum Beispiel hier: Solartrockner – Open Source Ecology - Germany