Protokolle "Neue Kultur des Alterns"

GEN Treffen 06 2025 in Sieben Linden

Eine neue Kultur des Alterns

Open space mit 18, später 19 Teilnehmer*innen

Kurze Vorstellungsrunde: Alle Teilnehmenden kamen aus Gemeinschaften und hatten unterschiedliche Beweggründe sich mit dem Thema zu befassen. Es waren drei Personen aus der jüngeren Generation dabei, die sich für das Thema interessierten.

Wir haben uns in drei Gruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten aufgeteilt:

Die erste Gruppe hat sich dem Thema gewidmet, wie würdevolles Altern und Sterben geht.

Es wurden persönliche Erlebnisse genannt und betont, dass die Würde eng verknüpft ist mit dem Grad an Eigenverantwortung, die jede*r für sich selbst bis zum Schluss trägt. Je stärker die Menschen zu dem Leben, wie es sich grade zeigt, JA sagen können, desto stärker ist ihre Würde wahrnehmbar, unter Umstände auch, wenn sie das Ende ihres Lebens selbst wählen.

Die zweite Gruppe hat sich mit dem Thema der Nature Community, das Christina mit eingebracht hat, befasst: Was bringen die älteren Menschen an Schätzen für eine Gemeinschaft mit ein? Da wurde viel gesammelt von Ruhe, Zeit haben, für allerlei Fragen offen sein, Erfahrung weitergeben, einen mütterlichen Aspekt verkörpern, bedingungsloses annehmen Können. Und die jüngere Generation ist für die Alten Lebendigkeit und das Erleben von Fortführung. Dazu gehört ein Loslassen von eigenen alten Vorstellungen. Die Nature Community will Möglichkeiten anbieten (sie haben ein Hotel, was selten ausgelastet ist), dass Ältere Menschen dort wohnen und in vielerlei Hinsicht auf die Unterstützung der Gemeinschaft rechnen können.

Die dritte Gruppe befasste sich mit dem Thema der baulichen und pflegerischen Voraussetzungen, die es braucht. Es wurde klar benannt, dass eine Gemeinschaft sich vor Überforderung schützen muss und eher die Verantwortung der jüngeren Generation darin sieht, sie im Sozialen weiter einzubeziehen. Es können durchaus alle gesellschaftlichen Hilfsangebote von Pflegdienst, Tagespflege oder Alten WGs mit genutzt werden. Es macht häufig schon den Raum frei, wenn der jüngeren Generation nicht die Verantwortung für die Pflege übertragen wird. Die Aufgabe der Älteren ist es aber, ihre Verantwortungsbereiche vor dem „Nicht mehr Können“ abzugeben und loszulassen. Es gibt schöne Beispiele für feierliche rituelle Übergaben von Arbeitsbereichen (Wertschätzungsfest).

Wenn in einer Gemeinschaft Umbauten, Neubauten oder Sanierungen anstehen, sollte an altersgerechtes Bauen gedacht werden: breitere Türen, keine Schwellen, ebenerdige Duschbereiche. Das kann dann auch von anderen genutzt werden, ist aber als Potential in der Gemeinschaft vorhanden.

GEN Treffen 06 2025 in Sieben Linden

Eine neue Kultur des Alterns

  1. Open space mit 12 Teilnehmer*innen

Wichtig ist eine Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht in der Ältestengruppe der Gemeinschaften gemeinsam auszufüllen, mit Ansprechpersonen aus der Gemeinschaft, die benannt werden, der Ordner sollte für alle auffindbar aufbewahrt werden.

Eine Idee ist es auch Interviews zur Verfügung zu stellen, wo jeder aus der Gemeinschaft sagt, wie er/sie sich das Sterben und die Beerdigung vorstellen/wünschen.

Bestattungsregelungen des zuständigen Bundeslandes sollte man kennen, um die Möglichkeiten

(z. B. wie lange Aufbahrung erlaubt ist) von möglicher Aufbahrungszeit zu kennen. Es gibt in Schleswig Holstein, Bremen, Hamburg eine Möglichkeit der Reerdigung, eine ökologische Möglichkeit der Beerdigung, kann man im Netz finden.

Die Gemeinschaft ist ein großes Potential, um nicht einen einzelnen Menschen zu sehr mit Verantwortung zu belasten. In einer größeren Gruppe ist es leichter, gemeinsam Entscheidungen zu fällen, die der/diejenige nicht mehr artikulieren kann.

Was für eine Erinnerungsstätte, Gedenkplatz gibt es für die Verstorbenen der Gemeinschaft?

  •  In 7L gibt es einen Stein mit den Namen der in der Gemeinschaft Verstorbenen. Außerdem haben die Ökodörfler einen Platz auf dem naheliegenden Friedhof für die eigenen Verstorbenen.

  •  Im Zegg gibt es einen Ahnenschrein, der erneuert werden soll als kleinen Unterstand mit Dach und dann Fotos von jedem der Verstorbenen.

  •  In Steyerberg sind Fotos in der Kapelle in einer Ecke aufgestellt.

  •  Sulzbrunn hat Fotojahrbücher, wo dann noch Fotos von Verstorbenen zu finden sind. Es gibt Förderungsmöglichkeiten von den Pflegekassen für Alten WGs und eine Möglichkeit eine bezahlte Stelle zu generieren, wenn es mindestens drei bis fünf Bewohner gibt. Im Gen discourse wollen wir alle Informationen sammeln, die zu diesem Thema relevant sein können. Altern in Würde - GEN Deutschland e. V. Erwartungen von Teilnehmenden für die nächsten Treffen:

  •  Welche Förderungen gibt es für die baulichen Maßnahmen, welche Stiftungen gibt es, die man ansprechen kann?

  •  Wie möchte ich sterben (Rituale, Vorstellungen)

  •  Lesekreis: Jeder bringt ein Lieblingsbuch zu dem Thema mit. Zum Beispiel: Heilung im Licht

  •  Wie ist es mit dem sozialen Engagement der Gemeinschaftsmitglieder für die Älteren? Werden die sozialen zu den üblichen Gemeinschaftsstunden dazu gerechnet?

Onlinetreffen 30.01.2025 von 16.00 bis 17.00Uhr

Anwesend: Almut, Ralf (ZEGG), Kathrin (Jahnishausen LTGJ), Albär, Maja (Tonndorf), Beate, Anna, Gudrun, Alfons, Rolf (Sulzbrunn), Heide (Sternberg), Claus (Tempelhof), Jada, +? (Windberg), Karina (Mittendrin Leben)

Almut moderiert das Treffen, Karina schreibt Protokoll und Kathrin ist als Hutträgerin anstelle von Jürgen jetzt dabei.
Nach einer kleinen Vorstellungs- und Befindlichkeitsrunde haben wir uns folgenden Themen gewidmet:

  1. Bericht von Kathrin aus LTGJ zum Thema Begleitung und Pflege auch von Angehörigen
  2. Bericht von Heide aus Sternberg über ihre Senioren WG und Pläne für ein Haus mit Seniorenwohnungen
  3. Bericht von Almut aus dem ZEGG von der Vision eines Heilorts
  4. Karina stellt die Ideen der Hutträger für das nächste GEN Treffen in Sieben Linden vor
  5. Sammlung von zusätzlichen Anliegen für das GEN Sommertreffen

Zu 1.

Kathrin berichtet von dem „guten“ Sterben von Ruth (90J.), einer Gründerin der Gemeinschaft, die im Dezember innerhalb der Gemeinschaft in guter Begleitung sterben konnte.
Kathrin will sich ab jetzt, da sie gerade ohne Arbeit ist, dem Thema „Wie kann Altern in Würde gelingen?“ widmen und hat erste Ideen, ob und wie die nahen Angehörigen (meist Eltern) der Gemeinschaftsmitglieder geholt werden könnten, um nahe bei ihren Kindern ihre letzte Lebensphase leben zu können. Daran will sie intensiv weiter arbeiten und hat ein erstes Kurzkonzept erstellt. Perspektivisch möchte sie sich damit auch einen neuen Arbeitsplatz innerhalb der Gemeinschaft schaffen.

Zu 2.

Heide berichtet, dass in der Gemeinschaft am Sternberg eine Senioren WG Wohnung für drei Personen existiert, es aber nicht so leicht ist, die geeigneten Personen zu finden. Häufig melden sich Ehepaare, zu der dann nicht gut eine dritte Person passt, aber für zwei Menschen ist die Wohnung zu groß.

Die Gemeinschaft plant auch ein Nachbargrundstück zu erwerben und dort ein Haus zu bauen mit Wohnungen für ältere Menschen aus der Gemeinschaft, aber auch aus der näheren Umgebung. Außerdem soll dort ein Kindergarten entstehen mit einem Gemeinschaftsgarten für Klein und Groß. Dass der Bedarf groß ist, bemerken sie bei jedem Infotag, an dem viele ältere Menschen (meist alleinstehende Frauen) Interesse zeigen.

Bei ihnen in der Gemeinschaft gibt es eine Gruppe „Achtsam Pflegen“, in der es einen tiefen Austausch zu allen Fragen bezüglich Alter, Pflege etc. gibt. Diese Gruppe fungiert auch als eine Vorbereitung auf die Senioren oder Pflege WG.

Zu 3.

Almut berichtet, dass es im ZEGG zur Zeit drei Menschen gibt, die pflegebedürftig geworden sind und für sie Patenkreise in der Gemeinschaft gegründet wurden.
Es gibt ein angrenzendes Grundstück, für das an einer Vision für einen Heilort gewoben wird. Dort soll dann ein Haus entstehen, in dem es auch eine Etage für Hospiz und Pflege geben soll.

Nachträglich eingefügt: Im ZEGG wird vom 2. - 5. Okt. wieder das Tagungs-Festival „Leben - Sterben - Feiern“ stattfinden. Dazu kommen später genauere Informationen.

Zu 4.

Karina berichtet von Ideen für das Sommer GEN Treffen für eine Ältestengruppe. Es könnte einmal das Format der Gesamtgruppe geben, wo wir uns alle in der Runde vorstellen und erleben können.
Dann könnte es zu spezifischen Themen Kleingruppen geben, die von Menschen angeboten werden, die zu bestimmten Themen Erfahrungen gesammelt haben.

Zum Beispiel:

  •  Patientenverfügung und Vorsorgevollmachten

  •  Alters oder Pflege WGs – wie kann man bei neuen Bauten diese Perspektive gleich mit einbeziehen?

  •  Neue Kultur des Alters – vom Tun zum Sein Zu 5. Folgende Themenvorschläge haben wir dann noch zusammengetragen:

  •  Wie können wir Älteren unsere Lebenserfahrung auch in spiritueller Hinsicht einbringen?

  •  Was wünschen sich die Jungen von uns Alten? Welches Format eignet sich für so ein Zusammenkommen?

  •  Wie kann auch in nicht selbstbestimmten Situationen (z.B. Krankenhaus) für die Einhaltung der Patientenverfügung gesorgt werden?

  •  Vielleicht auch eine Gruppe als Onlinemöglichkeit mit anbieten, um diejenigen, die nicht da sein können, mit einzubeziehen.

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2025 10 Protokoll Treffen Lebensbogen.pdf (57,6 KB)

Protokoll: Neue Kultur des Alterns – Lebensbogen 25.10.2025

24 Teilnehmende

Abfrage von Erwartungen und Buchempfehlungen:

Almut ZEGG: Wulf Mirko Weinreich „Das integrale Totenbuch“ - ein Leitfaden für Meditation und Sterbebegleitung (sehr hilfreich bei der Begleitung von Sterbenden)

Karina Mittendrin: H. Welzer „Nachruf auf mich selbst“ – die Kunst des Aufhörens; Lebensbetrachtung vom (perspektivisch eingenommenen) Lebensende aus

Tonndorf: Plan, eine AltenWG zu bauen. Todesnähe wird auch als Bereicherung erlebt – „Altwerden ist geil“. Nicht alle lassen das Thema an sich heran.

ClanB: Thema selbstgewählter Todeszeitpunkt. Wie kann man sich einen würdevollen Abschied kreieren?

Jahnishausen: Reichliche Erfahrung mit Tod und Sterbebegleitung, planen, Seminare zum Thema anzubieten.

Klein Jasedow: Ebenso wie es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen, braucht es ein „ganzes Dorf“, um einem alten Menschen gerecht zu werden.

Steyerberg: Im letzten Winter sind vier Menschen gestorben. Manche Älteren trifft man gar nicht, weil sie nur noch in ihrem Zuhause sind. Wenig Austausch zwischen den Generationen.

Friedenshof: Ergreifendes Erlebnis von Tod in einer englischen Gemeinschaft. Frage: Was können die Jungen für die Alten tun? Was gibt es in den anderen Gemeinschaften für Erfahrungen? Was ist leistbar? Wo sind Grenzen?

Pappelheim: Der erste Sterbefall in ihrer Gemeinschaft wurde als Überforderung wahrgenommen.

Nature Community: Planung einer Senioren WG im Gästehaus, z.Zt. Finanzierungsprobleme

Windberg: Haben eine „Älterngruppe“ gegründet, sind auf der Suche nach einem Platz für die Weitergabe des Wissens der Älteren.

Tempelhof: Ältere helfen sich momentan untereinander. In einem Fall ist professionelle Hilfe nötig. In Zukunft soll eine Wohnung für Senioren geschaffen werden, in der auch eine Betreuungsperson übernachten kann. Angst vor Siechtum und Kontrollverlust. Weiterer Aspekt: Atabana braucht dringend ein Heilhaus oder ein Haus zum Sterben.

Sulzbrunn: Dort sind schon 16 Menschen über 60 Jahre alt. Nur ein Teil wendet sich dem Thema bewusst zu. Gründung einer Übungsgruppe für Live-Kinetik für die Beweglichkeit von Körper und Geist.

Mittendrin leben: Gemeinschaftliche Vorsorge schon gut geregelt, miteinander wurde auch schon zu Papier gebracht, welche Erwartungen die Älteren an die Jüngeren haben, was für die ganze Gruppe als Entlastung erlebt wurde. (Bitte, dies mal allen zur Verfügung zu stellen)

Gruppenarbeit zu Bedingungen und Voraussetzungen für ein würdevolles Altern und Sterben in Gemeinschaften.

ClanB: Mit Übergabe von Aufgaben von Älteren zu Jüngeren rechtzeitig beginnen. Soziokratisches und transparentes Herangehen hat sich bewährt. Prozesse können sehr lange dauern.

Tonndorf: Ähnliche Erfahrungen wie oben. Nach dem Tod einer Person in langjähriger Verantwortung wurde diese Verantwortung jetzt auf mehrere Schultern verteilt. Dadurch wurde die Gemeinschaft ein gutes Stück erwachsener (Aufbruchstimmung!)

Friedenshof: Hat einen sog. „Seniorenstatus“ entwickelt. Bedeutet: Keine neuen Verantwortlichkeiten mehr übernehmen. Wollen eine Wohnung barrierearm ausbauen. (Altersgrenze bei der Aufnahme von neuen Mitgliedern 45 Jahre.)

Lebensgarten: Auf der Suche nach Begegnungsorten für alle Generationen wurden folgende Ideen zusammengetragen: Biographien erzählen, Spielenachmittage, gemeinsames Essen, Patenschaften zwischen Kindern und gewählten Großeltern, evtl. Besuchsdienste.

Gruppenarbeit zu persönlichen Vorstellungen für das eigene Sterben und die Form der Beerdigung.

Bericht vom Seminar „Leben – Sterben – Feiern“ im Zegg.

Ein Thema war selbstbestimmtes Sterben – geht auch schon in Deutschland. Es gab drei Kurzvorträge dazu. Sterbefasten geht nur, wenn es keine Demenz gibt.
Es gab einen Workshop mit einem Bestatter, in dem sehr viel ganz praktisch erklärt wurde.
Es gab auch Workshops zu den seelischen Ebenen und Vorstellungen.
Es wurde auch ein Totenfest gefeiert, Traditionen aus Mexiko. Insgesamt ein tolles Seminar mit vielen Anregungen und guter Stimmung.

Die Verantwortung für die Übergabe von Verantwortung und die Organisation liegt bei den Älteren in der Gemeinschaft.

Es sollte keine Moral geben bezüglich, „Ins Altersheim gehen ist ein Versagen der Gemeinschaft“ genauso wenig wie „Ich will unbedingt in der Gemeinschaft gepflegt werden und sterben“.
Jede Situation sowie jeder Mensch ist anders und wir sollten auf die jeweiligen Bedürfnisse und auch Grenzen des Machbaren schauen und sehr individuell entscheiden. Es kann entspannend sein in eine professionelle Pflege zu gehen (Pflegeheim, Hospiz), es kann wunderbar sein innerhalb der Gemeinschaft gepflegt zu werden und sterben zu können. Beide Seiten haben Bedürfnisse und Grenzen, die jeweils von Situation zu Situation ausgehandelt werden sollten.

Biografieabende sind verbindend für die Generationen untereinander und für einen selbst gewinnbringend.

Eine Runde zum Thema: Was möchte ich, dass direkt nach meinem Tod geschieht?
Es gab unterschiedliche Vorstellungen:

  • häufig wurde genannt: 2- bis 3 Tage aufbahren

  • es gab dazu auch teilweise konkrete Musikwünsche, die dann gespielt werden soll

  • ebenso häufig: verbrannt werden

  • die Asche hier verstreuen (geht nur über Verbrennung in der Schweiz oder Tschechien) auf einer Wiese oder vom Balkon aus verstreuen

  • die Urne hier im Friedwald oder auf dem Friedhof bestatten lassen

  • nach Portugal und dort in der Natur Sterbefasten und dort auch am liebsten die Asche verstreuen lassen

  • im Sarg begraben werden oder in der Erde im Sarg (Reerdigung)

  • danach tanzen und feiern wurde auch häufig genannt

Fazit: Alle waren sich einig, dass es hilfreich ist, sich innerhalb der Ältesten der Gemeinschaft darüber auszutauschen. Und auch die jüngeren Mitglieder der Gemeinschaft über die Bedürfnisse der „Alten“ zu informieren.

Protokoll „Kultur des Alterns“ zum GEN-Treffen in Tonndorf am 30.05.2026

geschrieben von Kathrin

Anwesend bei diesem Treffen:

- Rolf und Alfons aus Sulzbrunn;

- Albert, Georg, Maya, Bernd und Detlef aus Tonndorf;

- Jada vom Windberg;

- Jürgen aus Schloss Tempelhof;

- Bärbel von einem Beginenhof

- Gerd aus Nürnberg

- sowie als Einladende Karina (Mittendrin), Almut (ZEGG) und Kathrin (Jahnishausen)

Am Vorabend fiel der Begriff vom „coolen Altern“: Altern ist eine Forschungsreise!

In der Einführung gaben wir Hinweise seit wann wir uns treffen und was wir unter anderem bereits

erarbeitet haben (Checklisten zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Erbschaftsfragen).

Dann gab es eine Runde mit der Schilderung von Situationen aus einzelnen Gemeinschaften:

Es gibt „Älteren-Gruppen“; Frauengruppe „Magie des Alters“ trifft sich schon seit Jahrzehnten

(gegenseitige Begleitung, Selbstreflexion); es bewegt die Frage, wie man selbst als alternder

Menschen seinen Mitmenschen nicht zur Last fällt; angesichts von über 30 alten Menschen und

sechs Gestorbenen in den letzten Jahren, im ZEGG gewinnt die Frage an Bedeutung: "Wie kann ich

gut gehen/ Abschied nehmen?"

Danach teilten wir uns in zwei Gruppen auf zu den Fragen:

1. 2. „Löffelliste“: Was will ich noch erledigen, bevor ich „den Löffel abgebe“?

Kraftquellen: Was sind für mich im Alter Kraftquellen? Was stärkt mich?

Ergebnisse Löffelliste:

Was steht innerlich an: Welche Konflikte kann ich innerlich lösen? Für welche Konflikte muss ich noch

einmal in Kontakt gehen/ an einen bestimmten Ort fahren, um sie zu befrieden?

Wie gehe ich um mit dem nicht Klärbaren? (innere Arbeit, Bitte um Verzeihung, sich selbst

verzeihen…)

Was will und kann ich an Themen noch bearbeiten? Wie fühlt sich das Loslassen an vom Tun hin zum

einfachen Sein?

Vom Wissen „Was will ich nicht mehr, zum inneren Bild, was will ich dann?“ kommen. Was bejahe

ich dann?

Ergebnisse Kraftquellen:

- Nicht nachlassende Neugier auf die Gegenwart

- Erforschung der eigenen Rolle beim Älterwerden

- Spirituelle Praxis: als Lehrer und als Meditierender „Im Zentrum des Zyklons“

- Kraft aus der Natur schöpfen, Sonne, Wärme, Inspiration

- Dinge, die Spaß machen, so lange wie möglich beibehalten (Tischtennis, Singen, Musizieren)

- Keine Verantwortung mehr übernehmen/ Loslassen ist wichtiger als Übernehmen

- Demut und Dankbarkeit- Zuhören lernen

- In Resonanz mit seiner Umwelt bleiben

- Sich trauen, um Hilfe zu bitten (z.B. in den immer komplexer werdenden IT-Welten…)

- Weitergabe von Erworbenem (Dankbarkeit und Einsichten) an Menschen, die nicht mehr

hinaus in die Natur kommen

- Perspektivwechsel zum Sinnhaften, Positiven

- Vertrauen ins Universum (der Sinn von „Zufällen“…); Ermutigung/ „Entängstigung“ durch

miterlebte Nahtod-Erfahrung eines nahen Angehörigen

- Am Sterbebett: Wenn ein Sterbender keine spirituelle Anbindung hat und um Hilfe bittet,

kann man als Begleitperson die spirituelle Verbindung für ihn übernehmen

Am Ende der Runde gab es eine große Übereinkunft darüber, dass wir Gespräche dieser Art – von

pragmatischen bis hin zu psychologischen und philosophische Aspekten - auf weiteren GEN-

Treffen fortsetzen wollen. Außerdem gab es die Idee einen Kurs für die Älteren zur Einführung in

Discourse zu machen, damit wir uns alle auf dieser Plattform bewegen und austauschen können.

Nachgelesen werden können alle Protokolle unter:

Zum lockeren Abschluss dieser Runde führte noch einmal ein Zitat vom Abend vorher:

„Nimm den Tod nicht zu ernst, du überlebst ihn sowieso nicht!“